Kontaktinformationen

Stadt Könnern
OT Belleben
Alslebener Str. 53
06420 Könnern
Tel.: 03 46 92/2 12 37

Statistische Daten
OT Bürgermeister
(Belleben, Haus-Zeitz, Piesdorf)
Herr Ralf Wiebach
Sprechzeiten BM Dienstags von 16.00-18.00 Uhr
Einwohner 1064

Die Ortschaft Belleben befindet sich am Nordrand der Hettstedt-Rothenburger Gebirgsbrücke als Teil des östlichen Harzvorlandes. Das Tal des Schlackenbaches hat sich in der leicht welligen Landschaft bis 110 m NN tief eingeschnitten. In Richtung Gerbstedt steigt das Gelände auf 170 m NN, es zählt damit zu den höchsten Erhebungen im Stadtgebiet von Könnern. Die südlichen Ausläfer der Magdeburger Börde reichen bis hier her. Die meterdicken Lößablagerungen und die Humusschichten der vergangen Jahrtausende bilden die Grundlage für die vorherschenden fruchtbaren Schwarzerden.

Die fruchtbaren Böden waren mit aller Wahrscheinlichkeit auch der Grund für die frühe Besiedelung in diesem Bereich. Archäologische Funde belgen die durchgehende Besiedelung seit der Jungsteinzeit. Der Ortsname Belleben entstand warscheinlich während der Völkerwanderung zwischen dem 3. und 5. Jh. n. Chr. Ältere schriftliche Aufzeichnungen aus dem Kloster Fulda belegen die Existenz Bellebens ("Beineleibe") im Jahre 744.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf den 21. Mai 876. In einer protokollarisch festgehaltenen Verhandlung zwischen König Ludwig dem Deutschen und dem Abt Sigihard von Fulda werden u.a. die Orte Benaleba (Belleben) und Nelibi (Nelben) genannt. Als Beneleve, Belleve, Bennenleve und schließlich Belleben bezeichnet gehörte der Ort jahrhundertelang zum Herzogtum Magdeburg und wurde von dessen Erzbischöfen verwaltet.

Vom 12. bis 17. Jh. waren die Adelsgeschlechter derer von Belleben, von Trotha, derer von Krosigk und von Lochau ansässig. Danach folgten die Herrschaft der Fürsten von Anhalt sowie die Oberhoheit von Brandenburg-Preußen.

In den Jahren 1851 bzw. 1866 zog mit dem Bau der Zuckerfabrik und einer Werkstatt für landwirtschaftliche Maschinen die Industrialisierung ein. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz mit der Bahnlinie Halle-Halberstadt erfolgte 1871. Zwischen 1887 und 1890 wurde die neogotische Kirche an der Stelle der alten durch die Könnerner Fa. Freymuth errichtet. Mehrere Vereingründungen in der 2. Hälfte des 19. Jh. und Besuche Kaiser Wilhelm II in Piesdorf bereicherten das gesellschaftliche Leben. Das benachbarte Mansfelder Kupferschieferrevier sowie ortsansässige Handwerksbetriebe boten vielen Einwohnern Arbeit.

Zwischen den Weltkriegen des 20. Jh. wurde das Schulgebäude in der Gerbstedter Straße errichtet. Aus dem Jahre 1945 sind zwei Bombenangriife verzeichnet, welche offensichtlich den Bahnanlagen galten und erhebliche Zerstörungen verursachten. Nach 1945 wurde die Bodenreform durchgeführt bei der die Güter Belleben, Haus Zeitz und Piesdorf aufgelöst wurden. In allen drei Ortsteilen entsanden Neubauernsiedlungen. 1952 wechselte die Gemeinde Belleben vom Kreis Eisleben in den Kreis Bernburg. Im gleichen Zeitraum wurden die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften gebildet. In den 1950er Jahren wurde ein neuer Sportplatz hinter der Schule angelegt, die Turnhalle und eine Schulerweiterung folgten zwischen 1980 und 1982. Die Gemeinde errichtete gemeinsam mit örtlichen Betrieben 1974/1975 die heute noch bestehende Kindertageseinrichtung.
Die Verwaltung wurde ab 1968 vom Gemeindezweckverband Alsleben, nach 1990 Verwaltungsgemeinschaft Alsleben, wahrgenommen. Die Ortschaft Belleben war bis zum 31.12.2004 eine selbständige Gemeinde. Zum 01.01.2005 wurde sie zur Stadt Könnern eingemeindet. Die Ortsteile Belleben, Haus-Zeitz und Piesdorf bilden die Ortschaft Belleben.